
  Samstag, 16.01.2010 22:36
Langeoog - die Insel zum TräumenVon einer Reise nach Langeoog, dieses Mal im Winter 1. Teil Ans Meer oder auf eine Insel fährt man im Sommer. Im Winter gibt es dort Schmuddelwetter: es ist nasskalt und garnicht gemütlich. Außerdem kann man nicht baden und die Kinder quengeln herum.
Erinnern Sie sich noch? Im Sommer besuchte ich die Insel Langeoog und verliebte mich ein wenig in dieses schöne Eiland in der südlichen Nordsee. Damals fasste ich bereits den Entschluss, Langeoog im Winter wieder zu besuchen.
Jetzt habe ich es getan: Mit Mann und Maus, wie man so schön sagt. Das heißt, die ganze Familie musste mit, wollte
mit mir gemeinsam den Jahreswechsel und ein paar Tage drum herum dort verbringen. "Was sollen wir da machen?"
wollten die Kinder wissen und warteten gespannt auf Antworten. Ehrlich gesagt: Ich wusste keine. Erstens wollte ich
mich selbst überraschen lassen und zweitens bin ich sowieso eher für das Spontane. Kinder muss man begeistern.
Und zwar jetzt und sofort. Mit Planungen weckt man nur Erwartungen, die dann vielleicht nicht zu erfüllen sind. Woher
sollte ich wissen, wie das Wetter wird? Der Schnee, der kurz nach Weihnachten auf der Insel fiel, könnte längst
geschmolzen sein und in den Dünen rodeln geht nicht. Also - lassen wir uns überraschen... .
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So war es im Sommer auf der Insel: Am Tag lockten der nahe Strand und das blaue Meer, abends lockte die nahe Stadt mit warmer Luft und kühlen Getränken. Alles grünte und blühte und man trug nur Hemd und Hose. Höchstens...
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Man sieht den Unterschied und vielleicht fragen Sie sich jetzt: Was soll ich da im Winter?
Der Weg nach Langeoog führt, wenn man das Auto oder die Bahn als Reisemittel wählt über Bensersiel. Dort ist der Küstenhafen, von dem aus die Schiffe die Touristen zur Insel bringen. Bei Ebbe ebenso wie bei Flut. Ich war erstaunt:
Der Parkplatz am Hafen war voller Autos, mußte selbst in der vorletzten Reihe parken. Das konnten nur eines bedeuten:
Die Insel ist voller Urlauber, die längst wissen, dass man auch im Winter auf Langeoog urlauben kann. Die Spannung stieg. Auf der Insel angekommen ging es zum Bahnhof, wo der berühmte bunte Bummelzug auf uns wartete.
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Von zwei Dieselloks gezogen und geschoben erreicht die Inselbahn stolze 25 km/h Geschwindigkeit und so ist man schnell am Ziel. (Ich habe keine Null vergessen. Die Geschwindigkeitsangabe ist korrekt! Siehe Bild rechts.) Das Gepäck wird einem schon in Bensersiel abgenommen und gut verstaut auf dem letzten Wagen transportiert. So kann man es sich auf den nostalgischen Holzbänken in den bunten Wagen bequem machen und hat noch Platz für die Blumen, die man während der Fahrt pflücken möchte. Im Bahnhof holt man sich dann seine Koffer und macht sich auf den Weg.
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Die einen kommen, die anderen müssen weg.... zu einem richtigen Bahnhof gehören auch richtige Abschiedsszenen.
Ich aber bin gerade angekommen und rumpel mit meinem Koffer zur Gartenstrasse. Das dauert Zehn Minuten. Geneigte Leser erinnern sich: Auf Langeoog dauern alle Wege Zehn Minuten. Egal ob man in die Stadt oder ans Meer will. Fragt man wie weit es sei, bekommt man immer diese eine Antwort: "Es dauert Zehn Minuten, dann sind sie da."
Das erste, was ich (mit meinen Lieben) an diesem ersten Tag genossen habe, war aber nicht etwa der übliche Strandspaziergang. Es war das Abendessen im Haus Lemgo. Es gab Fisch! Vier Sorten! Drei verschiedene Filets und einen Fischsalat: Butterfisch, Seelachs, Rotbarsch und hausgemachten Heringssalat! Dazu eine große Auswahl an Beilagen. Ich habe nicht alles probiert... Es war ein toller Empfang und an dieses Essen denke ich gern zurück. . . .
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An dieses Essen ebenso: Hier sehen Sie einen Teil des Silvesterbuffets. Suppen und Desserts gab es auch noch.
Reiner Adelmund, der Hausleiter ist gleichzeitig Koch und leitet auch die Küche: ein echter Glücksfall, denn er kocht gern.
So gab es all abendlich liebevoll zubereitete Gerichte, die fern von jedem Großküchenflair waren. .
Silvester auf Langeoog: Die Jahreswende auf der Insel zu feiern ist keine schlechte Idee. Das Wetter hätte auch in meinem Fall gern unangenehmer sein dürfen. War es aber nicht. Es gab sogar Schnee, wie überall in diesem Winter. Dabei begann das ganze für die Kinder mit einer handfesten Enttäuschung. "Silvesterraketen gibt es nicht mehr, die sind ausverkauft!" Das hörten wir überall und so gab es für die Kleinen ein Tischfeuerwerk. Nicht sehr aufregend... .
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Auch mit abgebrannten Wunderkerzen kann man herrlich herumkokeln, wenn man Kerzenwachs hat...geht auch.
Dann aber wurde es Mitternacht und der Jahreswechsel nahte. Was macht man, wenn man selbst nicht knallt? Man lässt knallen. So begibt sich der Langeoogurlauber also in die Stadt und schaut den anderen beim Knallen zu - kostenlos.
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Das haben die schön gemacht. Vielen Dank. "Hier ist ja richtig Party!" stellte mein Nachwuchs fest und hielt es denn auch ziemlich lange aus. Die ganze Stadt war voller Menschen. Einheimische und Gäste prosteten sich zu und wünschten sich, was man sich am 31. Dezember um und nach Mitternacht so wünscht. Die meisten Gasthäuser, Cafe´s und Restaurants waren geöffnet und freuten sich über beste Umsätze. Auf Tischbestellungen wurde übrigens allgemein verzichtet. So hatten auch gerade angekommene Urlauber eine Chance, einen Tisch zu ergattern. Das ist mal eine gute Idee, über die auch hiesige Wirte gerne nachdenken dürfen. Dann kann man auch kurz entschlossen um die Häuser ziehen...
Weihnachtsmarkt auf Langeoog? Weihnachten war zwar schon, aber den Weihnachtsmarkt gab es noch. Zahlreiche kleine Buden und Stände in der Stadt boten durchgefrorenen Passanten das, was man zum Aufwärmen oder zum satt werden so braucht. Alles etwas überschaubar, aber wir sind ja nicht in der Großstadt. . .
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Während große Zweibeiner wärmende Leckereien gern in flüssiger Form zu sich nehmen, haben es die etwas kleineren gern in fester Form. Es darf auch gern schrecklich süß sein. Die ganz kleinen sind sogar mit Krümeln von der Straße zufrieden.
Winter auf Langeoog. Der Strand, das Meer. Mehr in der nächsten Folge dieser Reportage.
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