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  Mittwoch, 07.07.2010 11:22

Das Hermannsdenkmal in Lippe
Das Ausflugsziel Nummer 1

Etwa eine Million Besucher werfen jährlich einen Blick auf dieses lippische Denkmal, dass an die Varusschlacht erinnert, die hier wohl nicht stattfand und eigentlich einem anderen Zweck diente, als es erbaut wurde. Deutschlands Einigkeit , das Ende der Kleinstaaterei und die Förderung des Nationalbewusstseins waren Intention für die Errichtung dieses Monumentes, dessen Wirkung ebenso nachhaltig ist wie die gelegentliche  Inanspruchnahme durch verschiedene Interessengruppen.
Das Denkmal hat dies alles nahezu schadlos überstanden und erfreut sich nach wie vor größter Popularität.



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Bild rechts: So sieht ihn der Besucher zunächst, von hinten. Sein Blick ist nach Westen gerichtet, gen Frankreich. Frankreich war der ärgste Konkurrent Deutschlands im europäischen Umfeld und wurde vom deutschen Nationaldenken gern zum Erbfeind hochstilisiert - ein Umstand, der schließlich zu kriegerischen Auseinandersetzungen führte. Zwei Mal, in beiden Weltkriegen. Mit furchtbaren Folgen für beide Länder.
Ausschließlich kriegerisch ist die Darstellung der Figur und ihrer Umgebung. Der Krieger mit dem drohend erhobenen Schwert, zum Töten bereit und umgeben von Kriegssymbolen: Erbeutete römische Waffen, Schilde und Helme zieren die Treppenwangen an der westlichen Aussichtsplattform unterhalb und vor dem Denkmal.

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Bildnis der Varusschlacht:  Die tapferen blonden Germanen und die angstvoll fliehenden römischen Feinde.

Hier findet das überbordende nationale Empfinden seinen Ausdruck: Die Varusschlacht zur Zeit Wilhelms des ersten und seines Kanzlers Bismarck als germanische Befreiung von der Besetzung durch die Römer verstanden. Germanien wurde seiner Zeit mit Deutschland gleichgesetzt. Die Schlacht als Mittel und der Befreier als Einiger Deutschlands.
Bandels Absicht war, mit der Erschaffung dieses Denkmals eben dieses Gefühl zu verdeutlichen. Der neue Feind saß jetzt nicht in Rom, sondern in Paris. Es ging nicht ohne Feindbild. Um gemeinsam für Etwas zu sein musste man gemeinsam gegen Etwas sein...

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Schon lange vor Baubeginn fertigte Ernst von Bandel Entwürfe. Ursprünglich dachte er an eine Arminiussäule. 1838 konnte mit dem Bau des Sockels begonnen werden, der 1846 fertiggestellt wurde. Überall im Land wurde Geld für das Vorhaben gesammelt, um die Finanzierung zu sichern. Desinteresse und Geldmangel führten zu langen Unterbrechungen und erst nach dem deutsch - französischen Krieg 1870 - 1871 änderte sich die Stimmung und das Projekt wurde wieder aufgenommen. Größere Geldspenden des Reichtages und des Kaisers ermöglichten schließlich die Fertigstellung und so konnte das Denkmal 1875 eingeweiht werden.

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Fast sein ganzes Leben widmete Bandel dem Bau des Denkmals. Während der Bauzeit wohnte er in der heute noch erhaltenen Hütte und konnte 1875 endlich den lang ersehnten Erfolg der Einweihung feiern. Die Bandelhütte unterhalb des Denkmals kann von den Besuchern besichtigt werden. Hier wird über Planung und Bau informiert.

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