Impressum | Kontakt | Über uns  
  Freitag, 28.05.2010 08:29

Ein moderner Chor mit Tradition
Gesangvereine versuchen den Spagat

Die Nachwuchsfrage erledigt sich bei vielen Gesangvereinen gestriger Prägung meist ganz von selbst. Sie werden älter und
älter und wenn sie schließlich überaltert sind, sind nur noch so wenige da, dass man aufgibt. Meist hat man die Frage, warum denn kein Nachwuchs da war  garnicht gestellt oder wollte sie nicht stellen.
Mit diesem allgegenwärtigen Problem setzt sich auch der Gesangverein Passadetal auseinander  -  und wächst...

Den hier vorgestellten Chor gibt es jetzt seit 60 Jahren und wie alle Vereine sieht auch er sich der Frage nach dem Neuen gegenüber. Waren Gesangvereine bisher doch meist ausschließlich ein Hort der Tradition, was sie gerne  durch ein entsprechendes Erscheinungsbild verdeutlichten: Ein Club biederer älterer Herrn, der noch ältere Lieder singt und somit jüngere Menschen automatisch abschreckt...

In Mosebeck und Umgebung hat man in der Vereinsgeschichte aber schon immer gute Erfahrungen mit neuen Mitgliedern gemacht und so zugelassen, dass auch neue Einflüsse von außen neue Lebendigkeit nach innen brachten.
Schon 1975, als der Chor 25 Jahre alt wurde titelte ein Lokalblatt, dass man 30 neue Mitglieder gesucht und gefunden habe.
Inzwischen ist der gemischte Chor 60 Jahre alt und natürlich gibt es auch hier alte Mitglieder. Eines ist sogar von Anfang an dabei und somit richtig alt. Aber es sind auch richtig junge Mitglieder dabei und so stellt sich dieser Chor darauf ein, ein Drei-Generationen-Chor zu werden und das scheint das beste zu sein, was einem Chor passieren kann.

.     .

Brav und bieder ging es durch die Zeit der Schlaghosen und Miniröcke, der Blockabsätze und Hotpants. Das Gesicht der Gesangvereine hat sich sehr verändert, wenn auch nicht überall.


Am 16. April 1950 saßen in feuchtfröhlicher Runde einige Herren im Wirtshaus Mahlmann in Mosebeck und fassten den Entschluss, einen gemischten Chor ins Leben zu rufen. Schon zwei Wochen später, nämlich am 1. Mai 1950 fand die Gründungsversammlung mit 59 Sängerinnen und Sängern statt. Man bildete einen Verein mit allem Drum und Drann:
Vorstand, Fahne und Name mussten her. So wurde der Chor "Gesangverein Passadetal" genannt, denn die Mitglieder kamen aus den Ortschaften aus dem Passadetal. Als Fahne wurde die Traditionsfahne des Zieglervereins übernommen, die Inschrift lautete: "Großes Werk gedeiht nur durch Einigkeit, und was uns einet allesamt, sind Heimatlieder, Sang und Klang."

.     .

Die Vereinschronik beschreibt die Besonderheiten der ersten Jahre, die durch die Nachkriegszeit geprägt waren. Mangel stand da im Vordergrund. Holz und Kohlen mussten von den Mitgliedern mitgebracht werden, um den Übungsraum beheizen zu können und manchmal waren so viele Sängerinnen und Sänger anwesend, dass schichtweise geprobt wurde. Veränderte Freizeitgewohnheiten und das neue Massenmedium Fernsehen führten dazu, dass "nur wenige dem Verein die Treue hielten und man ersthaft am Fortbestand zweifeln konnte."

.             ..                     .

Chorleben ist Gemeinschaftsleben und vielleicht waren es die Verlockungen der Wirtschaftswunderzeit, die den Verein zwischendurch schwächeln ließen und bewusst machten, dass der Chor wichtig ist: Wichtig für die Mitglieder, wichtig für das Dorf. Sein Beitrag zum öffentilchen Leben war stets erkennbar, bei allen Gemeinschaftsveranstaltungen war der Chor dabei.
Das Gemeinschaftsleben wurde geprägt durch die gemeinsame Vorliebe für das Singen, das gemeinsame Setzen und Erreichen der Ziele und durch gemeinsame Freizeitgestaltung. Wettbewerbsteilnahme, Ausflüge, Feiern und hartes Proben, Lampenfieber und Applaus. Das gehört ebenso zu einem Chor, wie die Freude am eigenen Klang.

.   ..   .

Der frische Wind im Passadetal:  Mit Leichtigkeit und Freude ist sie bei der Arbeit und mit Professionalität und neuen Ideen leitet Daniela Palma den gemischten Chor und wird ihn wohl auf diese Art und Weise in die Zukunft führen.
Die "Neue" hat sich mit verschiedenen Chorprojekten unter ihrer Leitung einen Namen in der Region gemacht und ist ein Gewinn für den Gesangverein, der plötzlich ganz anders probt, singt und klingt. Das hinterlässt auch Spuren im Mitgliederverzeichnis: Neue Sängerinnen und Sänger sind dazugekommen und machen den Chor größer und jünger.

.     .

.     .

Und wie haben Sie sich eine Chorprobe vorgestellt?  Für Vorurteile bleibt beim Betrachten dieser Bilder wenig Raum. Die Zeit der muffigen Altherrenriegen ist vorbei. Lebendige Chöre sehen so aus: Fröhlich mit einander singen, Jung und Alt.
Und in der Pause gibt es ein Bier. Statt eines traditionellen Sängerfestes, bei dem man so schön im eigenen Saft schmoren kann wird ein musikalischer Frühschoppen geplant und dazu lädt man eines der besten Orchester aus der Region ein und zeigt, was man kann. Das wird sicher wieder einige neue Mitglieder überzeugen...

.     .

Hier wäre vielleicht auch noch ein Platz für Sie. Immer Dienstags abends ist Chorprobe im Dorfzentrum in Mosebeck. Die Lieder und die Leute könnten Ihnen gefallen. Schauen Sie mal rein: www.mosebeck.de




.



.