
  Montag, 03.05.2010 08:50
Elektromobilität in DeutschlandÜber Fortschritte im Bemühen, E-mobilität voranzubringen Über Elektromobilität haben wir an dieser Stelle schon verschiedentlich berichtet und nun ist es höchste Zeit zu schauen, was sich im Lande tut. Werfen Sie mit uns einen Blick auf die Szene der Elektromobillität. Wir fragen: Welche neuen Modelle gibt es, was haben die führenden Hersteller auf den Markt gebracht und wie sehen die flankierenden Maßnahmen der Politik aus? Gerade macht die neue "Plattform Elektromobilität" von sich reden und von allen Seiten aus der Wirtschaft kommen die Signale. Unsere Nachbarländer machen uns gerade vor, wie es geht! Beispiel Frankreich: gemeinsam mit dem japanischen Autobauer Toyota startet die Stadt Strassbourg einen groß angelegten Langzeitversuch, um die Elektromobilität voran zu bringen. Am Ende sollen Erkenntnisse darüber stehen, wie eine leistungsfähige Infrastruktur auszusehen hat, wie die Menschen auf lautlose Autos reagieren (Toyota denkt derzeit darüber nach, seinen E-Mobilen ein künstliches Geräusch zu verpassen) und natürlich sind alle daran interessiert, das Thema ins Bewusstsein zu rücken und die E-Mobilität zu fördern, vor allem aus Umweltgründen.
Das ist aber nicht alles, was sich im Nachbarland tut. Die drei größten Automobilherstellerdes Landes: Citroen, Renault und Peugeot bringen in diesem Jahr neue Elektrobobile auf den Markt. Gemeinsam mit japanischen Herstellern haben sie Fahrzeuge in der sogenannten Golfklasse entwickelt, die vor der Markteinführung stehen.
Die deutschen Hersteller haben bislang fast ausschließlich verbal agiert. Das ist schade. Das ist sogar bedenklich - denn inzwischen werden Autos deutscher Hersteller mit Bezeichnungen ausgestattet, die in die Irre führen. Wenn Porsche, Audi, BMW und Mercedes die größten und schwersten Fahrzeuge ihrer Marken, also die "Spritfresser und CO2 - Verursacher, mit Leichthybridtechnik ausstatten, dann wirkt das, wie eine Verbrauchertäuschung. Der verbleibende Benzinverbrauch ist ebenso wie der CO2 - ausstoß wesentlich höher, als bei einem Mittelklassewagen ohne diese Technik. Was also soll diese Irreführung?
Leider ist zu beobachten, dass sich die Industrie und ihre Interessenverbände sehr aktiv darum bemühen, die angepeilten Ziele zu verwässern und auf die lange Bank zu schieben. Die Bundesregierung ihrerseits ist dabei, einzulenken und der Industrie entgegen zu kommen. So ist zu befürchten, dass die formulierten Ziele, die zu niedrig angesetzt sind auch noch auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden könnten. Die angepeilte Zahl von E-Mobilen entspricht ohnehin nur 2 % des Fahrzeugaufkommens und das allein ist schon zu wenig. Die Hersteller haben erfolgreich mit der Bundesregierung verhandelt und erreicht, dass es keine Vorgaben der Regierung geben wird, um "in Ruhe entwickeln und den Rückstand aufholen zu können!"
Zur Zeit ist Deutschland Schlusslicht. Der Benzinverbrauch (Durchschnitt) ist der höchste in ganz Europa und auf dem Gebiet der Entwicklung von modernen umweltfreundlichen Elektroautos ist Deutschland völlig abgehängt.
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Diese beiden Fahrzeuge stellten wir Ihnen schon im letzten Jahr vor: es sind Elektrofahrzeuge mit einer Reichweite von 100 - 150 Kilometer und für eine bzw. zwei Personen geeignet, Kleinwagen also. Inzwischen hat der Hersteller und Vertreiber, die fränkische Smiles AG zwei weitere Fahrzeuge im Angebot.
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Inzwischen hat das Unternehmen auch einen Kompaktwagen vorgestellt, den wir bereits getestet haben. Das Fahrzeug ist so groß wie ein Opel Corsa und bietet alle modernen Eigenschaften, die man an ein Fahrzeug dieser Kategorie stellt. Neu im Angebot ist der "Tazzari", ein zweisitziger Sportwagen aus italienischer Fertigung. Dieses Fahrzeug kann schon gekauft werden (!) - wir werden es demnächst ausführlich testen.
Damit ist die Smiles AG der einzige deutsche Anbieter, der echte Elektroautos in diesen Kategorien anbietet.
Natürlich gibt es auch Fahrzeuge anderer bekannterer Hersteller: So bietet Mercedes Benz seine A-Klasse ebenso wie BMW den Mini mit Elektroantrieb an. Allerdings sind diese Fahrzeuge sehr teuer und kommen als Alternative kaum in Frage (ein A-Klasse Mercedes mit echtem E-Antrieb kostet 80.000 €).
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Wir waren dabei, als das erste Fahrzeug des japanischen Herstellers Mitsubishi, der i-MIEF nach Deutschland kam und konnten ihn als eine der ersten Redaktionen ausgiebig testen. Dies wollen wir auch zukünftig tun und sie über neue Entwicklungen informieren. Dabei werden wir kritisch und unabhängig vorgehen. So werden sie demnächst an dieser Stelle die neuen Fahrzeuge von Nissan, Renault, Peugeot und Citroen kennenlernen - und hoffentlich auch bald die von Opel, BMW, Mercedes, Audi, Ford, Volkswagen und ...und...und...
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Anfang dieses Jahres habe ich Usin Wieneke aus Detmold interviewt. Er ist Inhaber des Smiles Centers OWL in Detmold und vertreibt Elektrofahrzeuge der Smiles AG in unserer Region. Auf meine Frage nach seinen Aktivitäten erklärte er, dass er auf Konkurrenz warte, um eine Geschäftsbelebung zu erreichen. Elektromobile seien einfach noch zu exotisch und alle würden auf irgend etwas warten. Da scheint er nicht unrecht zu haben, denn insgesamt geschieht auch in Lippe nicht viel.
Da fällt die Einrichtung einer "Elektrotankstelle" im Parkhaus Wüste in Lemgo schon als echtes Highlight ins Gewicht. Die Stadtwerke Lemgo haben dort eine Ladesäule aufgestellt, an der Elektroautos aufgetankt werden können.
Ich selbst erinnere mich noch lebhaft an einen Selbstversuch im vorigen Herbst, als ich zu einem Autotest in Unterfranken weilte und bei dieser Gelegenheit eine Woche lang mit einem Elektroauto in der Region herumgereist bin, um zu sehen, ob man auch ohne eigene Steckdose in der eigenen Garage und ohne Ladestationen überall in Stadt und Land zurecht kommen kann. Die Erkenntnis: Es geht! Überall wurde meine Frage nach "etwas Strom?" mit einem freundlich fränkischen "aber gern" beantwortet und so konnte ich ohne Probleme alle Fahrtziele erreichen.
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Das mir von der Firma Smiles AG in Aub zur Verfügung gestellte Fahrzeug war ein REVA i mit Lithium - Ionen - Akkus, das laut Hersteller (REVA Indien) maximal 140 - 150 Kilometer weit fahren soll. Ich habe mutig an zwei Tagen die Reichweite deutlich überschritten und erreichte am letzten Tag sogar 200 Kilometer. Das Fahrzeug ist ein 2 + 2 Sitzer, d.h. auf der kleinen Rücksitzbank finden nur Kinder ausreichend Raum. Bei umgekapptem Rücksitz findet man dann aber einen großen Kofferraum vor und so konnte ich mein Gepäck gut unterbringen. Das kleine Fahrzeug schwimmt im Verkehr mühelos mit und ist nur auf der Autobahn etwas athmatisch unterwegs. Schneller als 100 km/h kann er nicht. Also wählt man die Landstrasse. Dort und vor allem in der Stadt hat der REVA i sein Revier. Innerhalt einer guten Stunde ist der leere Akku wieder zu 60 - 80 % nachgeladen, wenn´s denn sein muß und so kommt man nicht nur überall hin sondern auch immer wieder nach Hause. Ich hab es auch probiert und während man ein fränkisches Restaurant oder den Friseur aufsucht, wird der Akku wiederbelebt und es geht weiter. Mit dem optisch bescheidenen Auftritt muß man sich bei dieser Fahrzeuggöße abfinden, ein Statussymbol ist der REVA nicht, will es aber auch nicht sein. Er symbolisiert eher eine neue Denke: Umweltschutz und Kostenreduzierung durch Elektromobilität.
Beides ist möglich, denn wenn man "sauberen" Ökostrom bezieht ist der CO2 - Ausstoß kein Thema. Die Verbrauchskosten liegen unter einem EURO pro 100 Kilometer und selbst bei Berücksichtigung der Abschreibung durch Abnutzung beim eigenen gekauften oder geleasten Fahrzeug bleibt man unter 2 EURO pro 100 Kilometer.
Man darf gespannt sein, wie sich die Fahrzeuge der oben schon erwähnten Hersteller bewähren werden. Wir werden in unseren nächsten Ausgaben darüber berichten. Sobald wir Fahrzeuge für Testfahrten zur Verfügung bekommen, werden wir an dieser Stelle im Magazin wieder informieren.
Weitere Informationen über Elektrofahrzeuge aus Detmold finden Sie unter www.smiles-center-owl.vpweb.de
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