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  Sonntag., 02.05.2010 19:22

Warum ist es am Rhein so schön?
Eine Bildreportage - Teil 1

1320 Kilometer ist der Rhein lang - von der Quelle in der Schweiz bis zur Mündung in die niederländische Nordsee.
67 Kilometer, nämlich genau vom Rheinkilometer 526 bei Rüdesheim und Bingen bis zum Kilometer 593 bei Koblenz nennt man das "Obere Mittelrheintal". Dieser Abschnitt ist seit 2002 Unesco - Welterbe.  Das sind gerade fünf Prozent der Gesamtlänge des Flusses. Zweifellos ist dies aber auch der schönste Abschnitt und dem möchte ich mich in
den folgenden Beiträgen widmen - mit vielen Bildern, denn das obere Mittelrheintal, auch gern "Loreleytal" genannt  ist in vielerlei Hinsicht atemberaubend und etwas für das Auge.

Die erste touristische Blüte erlebte das Rheintal schon im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts, nachdem die Hohenzollern mehrere mittelalterliche Burgruinen wieder errichten ließen und den verklärten Charm des Mittelalters in diese Region brachten. So wurde der mittlere Rheinabschnitt zu einem Reiseziel vieler prominenter nationaler und internationaler Besucher. Baumeister wie Schinkel und Lassaulx schufen Bauwerke, die nicht weniger zur Entstehung der Rheinromantik beitrugen, als die vielen Dichtungen und Sagen um und über den Fluss. Auch heute sind Begriffe wie das "Rheingold" aus der Nibelungensage, das Loreleylied, dessen Text von Heinrich Heine ist weit und breit bekannt.
Ganz zu schweigen von allerlei volkstümlichem Lied- und Dichtgut, das gern zum Schunkeln benutzt wird.
In Verbindung mit der Schönheit der Natur, den schroffen Berghängen, den sanften Bögen des Flusses, dem Spiel von Licht und Schatten ergibt sich für den Betrachter ein beeindruckendes Gesamtbild.
Von wo immer er seine Umgebung betrachtet, ob vom Schiff aus, ob vom Berg herab, sie wird immer wieder als überwältigend empfunden. Das man diese Eindrücke mit dem Genuss des Weines oder einer Schiffsreise verbinden kann, lässt die Fülle der Eindrücke noch ansteigen und macht einen Besuch im Rheintal unvergessen.

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Der bekannteste aller Felsen am Rhein, der Loreleyfelsen, ist gerade mal 200 Meter hoch und bietet, wenn man denn den Weg nach oben macht einen grandiosen Blick über das Flusstal. Den Berg kann man sowohl zu Fuß als auch mit dem Auto erklimmen. Der Fußwe lohnt sich, bietet er doch zahlreiche Aussichtspunkte und belohnt am Ende mit einem Besuch auf der Aussichtsplattform und danach im benachbarten Biergarten.

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Wie versprochen, der Weg ist nicht so steil wie man denkt und 200 Meter Höhenunterschied sind leicht zu schaffen...
Der Biergarten gehörte zur Freilichtbühne und da er gleichzeitig direkt dahinter liegt, nennt er sich "Backstage-Biergarten".

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Egal, ob man auf oder am Rhein reist - die wahren "Eyecatcher" sind die Burgen und Ruinen. Auf den obigen Bildern sehen Sie die Burgruine "Ehrenfels" bei Rüdesheim, also rechtsrheinisch, was natürlich östlich vom Fluss bedeutet. Die Strassen beiderseits des Rheines sind gut ausgebaut (linksrheinisch die B 9, rechtsrheinisch die B 42) und bringen einen überall hin.

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Etwas weiter nördlich (linksrheinisch) liegt die symphatische Kleinstadt St. Goar. Dort auch findet sich die eindrucksvolle Burg "Rheinfels". Ein Teil ist, wie man sieht Ruine, der andere Teil ist heute Hotel. Für Urlauber, die es preiswert mögen, gibt es im Ort empfehlenswerte Übernachtungsmöglichkeiten: zum Beispiel das Hotel - Restaurant  "Zur Loreley", dass vor allem durch seine gute Küche auf sich aufmerksam macht. Noch preiswerter geht es nur in der Jugendherberge unterhalb der Burg, die allerdings nicht ganz so komfortabel sein wird.

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Wie in anderen rheinischen Orten auch gab es früher in St. Goar einen interessanten Brauch, der leider endgültig in den frühen fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ausgestorben ist. Damals fand einmal im Jahr auf dem Lindenplatz am Rheinufer das "Mädchenlehen" statt. Das war immer am Ostermontag. Unter der Regie des Stadtschreibers durften junge 18-jährige Mädchen von den jungen Männern "höchstbietend" ersteigert werden und durften oder mussten dann ein Jahr lang bei allen Gelegenheiten mit ihrem erfolgreichen Bieter tanzen. Besiegelt wurde das Geschäft mit einem Kuss.
Der Erlös der Versteigerung ging in die Stadtkasse. Ein Brauch, der den Kommunen auch heute noch gut tun würde. Vielleicht überlegen es sich die St. Goarer ja und lassen ihn wieder aufleben. Es ist übrigens bewiesen, dass viele dieser so zustande gekommenen Verbindungen ein ganzes Leben lang hielten. Noch ein Grund, es sich noch einmal zu überlegen...

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St. Goar hat etwas Mediterranes und macht einem den Aufenthalt in jeder Hinsicht angenehm. Von dort aus kann man ohne lange Wartezeit mit der Fähre über den Fluss setzen und mit Fahrgastschiffen zu Ausflügen auf dem Rhein aufbrechen. Die Fährfahrt ist erstaunlich preiswert und man zollt dem "Käpt´n" sofort uneingeschränkten Respekt, wenn man erlebt, wie er immer eine Lücke zwischen den vielen Schiffen findet, um das nächste Ufer sicher zu erreichen.

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Während die großen Kreuzfahrtschiffe an fahrende Glaskästen erinnern, sind die kleineren "Ausflugsdampfer" schon eher etwas für das Auge. Mit ihnen kann man den Rhein ´rauf und ´runter fahren und sich mit der Kamera bewaffnet die Felsen, Burgen und Weinberge betrachten  -  und natürlich die vielen freundlichen Orte rechts und links.

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Die Binnenschiffer müssen sich mühsam stromauf kämpfen und tun dies doch lautlos und souverän. Die kleineren haben da schon viel größere Mühe, ihnen  schlagen die Wellen bis zum Fenster hoch. Da ist Können gefragt...

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Der Rhein ist nicht das offene Meer. Untiefen, Kurven, Gegenverkehr und eine oft schmale Fahrrinne machen es den Binnenschiffern nicht leicht, ihre Fracht sicher ans Ziel zu bringen. Radar und Bojen sind ihre Hilfsmittel.

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Ein Binnenschiffer ist auf seinem Schiff zu hause, er lebt gewissermaßen dort. Alles, was man zum Leben braucht, ist dabei. Das Schiff ist Arbeitsplatz und Wohnraum. Hier parkt das Auto und hier klingelt das Telefon - auch privat. Der Arbeitstag ist lang und wenn nicht Hochwasser oder Eisgang die Fahrt verhindern, gibt es keinen Sonntag und nur einen kurzen Feierabend. Ein Bier-trinken-gehen oder Fernsehen, alles geschieht an Bord, auf ein paar Quadratmetern. Dabei hat man immer den Verkehr im Auge und ist auch im Schlaf in Bereitschaft - mit ganzer Seele.

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Von links kommt die Fähre und das Fahrgastschiff will anlegen...Wenn man denn gut durch den Verkehr gekommen ist, bleibt auch mal ein Augenblick, um die Schönheiten auf und am Fluss zu betrachten - davon gibt es hier jede Menge...

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Wenn es dunkel wird im Rheintal und die letzte Fähre den Fluss überquert hat, wird es ruhiger auf dem Wasser. Dann sind nur noch wenige Schiffe unterwegs und die Binnenschiffer kommen zur Ruhe - bis zum nächsten Morgen und der beginnt hier schon sehr früh. Bei Sonnenaufgang sind sie alle wieder da, fahren stromauf und stromab, Tag für Tag...

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Fotos: Klaus Beermann

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unseren weiteren Folgen.
Außerdem bietet sich das Internet an.  


www.welterbe-oberes-mittelrheintal.de
www.st-goar.de
www.hotel-zur-loreley.de
www.TalderLoreley.de
www.romantischer-rhein.de
www.BurgDirekt.de



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