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  Freitag, 16.04.2010 14:19

Der Waldkrug auf der Wahmbecker Heide
Hier treffen sich Wanderer und Einheimische

Am 1. Mai sind es genau 319 Jahre, die das alte Traditionsgasthaus besteht. Das ist eine lange und zeitweise sehr bewegte Zeit, die der Waldkrug erlebt hat. Inzwischen aber bewegt er sich in ruhigem Fahrwasser: Der Wirt Uwe Hercher ist seit Oktober 2008 neuer Pächter und hat es verstanden, seinen Gästen ein gut geführtes Haus und beständige Qualität zu bieten.


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Es lohnt sich durchaus, die Geschichte des Waldkruges etwas näher zu betrachten. Denn es sind noch Urkunden vorhanden, die uns Interessierte genau über alles Wichtige informieren. So kann man nachlesen, dass der Waldvogt und Eigentümer des Meierhofes in Röhrentrup, Hermann Adolff Böger am 26. Juni 1690 das erforderliche Krugprivileg im Amt Brake beantragt hat. In diesem Jahre hatte Böger auf dem Grundstück das Gebäude errichtet, in dem sich heute der Waldkrug befindet.

Böger gründete das Haus in schwierigen Zeiten. Der 30-jährige Krieg war zwar vorbei, aber es ist dem Verfasser bekannt, dass in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in der Region die Pest wütete, der mehr Menschen zum Opfer fielen, als sie der Krieg gefordert hat.

Böger, den mit dem Grafen in Detmold ein freundschaftliches Verhältnis verband, wurde für seinen Krug von allen Steuern befreit. Das Gasthaus am Fuße des Mönkeberges trug von Anfang an den Namen Waldkrug.
Der Waldkrug ist, wie die Landwehr oder die Ortmühle ein typischer "Strassenkrug". Das bedeutet für den Wirt, dass er  seine Geschäfte hauptsächlich mit Gästen macht, die auf der Durchreise waren. Der heutige Waldkrugweg verband damals Horn mit Lemgo. Entfernungen, die wir heute innerhalb kürzester Zeit zurücklegen, nahmen damals viel mehr Zeit in Anspruch: Die Strassen waren nicht alle befestigt und weniger gut ausgebaut, die Verkehrsmittel langsam.

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Hinzu kam, dass auf der Strasse über den Apenberg nach Brake mehr Verkehr "rollte", wovon der Waldkrüger aber nicht profitierte. Waldvogt Böger hat den Krug übrigens nie selbst bewirtschaftet. Das geschah von Anfang an durch Pächter.

Der jetzige Pächter, Uwe Hercher übernahm den Betrieb Ende 2008. Sein Motto: Komm zur Ruhe... bei gutem Kuchen und kleiner Bistro-Küche. Sein Getränkeangebot ist umfangreich und die Gäste kommen meist aus der Umgebung.
Was nicht heißt, dass es keine Wanderer mehr gibt. Es wird viel gewandert und geradelt in der Region und so treffen sich immer noch viele Reisende im Waldkrug - wie vor 300 Jahren.

Allzuviel hat sich in dieser Zeit im und um den Waldkrug herum nicht verändert. Das hinter dem Haus liegende Fachwerk-Kötterhaus gibt es nicht mehr. Der kleine Anbau zur Strassenseite wurde im 19. Jahrhundert errichtet. Hier befindet sich heute der Eingang. (siehe Bild rechts.)
Die früher mit dem Gastbetrieb verbundene Colonialwarenhandlung gibt es längst nicht mehr.

Das der Waldkrug am 1. Mai 2010  ganze 319 Jahre alt wird und im nächsten Jahr wieder einen runden Geburtstag feiern kann, ist schon etwas Besonderes. Es ist dem heutigen Wirt zu verdanken, dass er dem Charakter des Hauses gemäß den Betrieb fortführt und auf seine Weise Tradition und moderne Bedürfnisse zu verbinden versteht.

Seine Öffnungszeiten nennt Uwe Hercher "Kernzeit" und weist damit auf seine Flexibilität hin. Auch wenn er heute nicht mehr von der Steuer befreit ist, ist er jeder Zeit in der Lage, seine Gäste zu verwöhnen.

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Öffnungszeiten (außer Montags): täglich ab 16.00 Uhr, Samstags und Sonntags bereits ab 10.00 Uhr. Wenn der Wirt am Montag im Haus oder Garten beschäftigt ist, schenkt er auch dann gern ein Bier aus.

Telefonisch erreicht man Uwe Hercher unter der Nummer: 05261: 770 48 27




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