
  Freitag, 05.03.2010 15:02
Hausschlachtung 1. Teil - WurstebreiSo machte man das früher in Lippe Hausschlachtung ist heute längst aus der Mode gekommen. Die Hausschweine sind inzwischen genauso vom Aussterben bedroht, wie die Hausschlachter. Aber es gibt noch Ausnahmen...
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Dieser Anblick lässt den Gourmet noch etwas zögern: Das soll schmecken? Sieht irgendwie nicht sehr lecker aus...
Der Anblick täuscht! Links im Topf sehen wir eine sehr aromatische Brühe und rechts eine durch den Wolf gedrehte breiige Masse aus Fleisch, Zwiebeln, Grütze und Gewürzen - natürlich alles vom Schwein...
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Alle Zutaten kommen jetzt in den großen Topf. Links daneben steht noch ein kleiner mit Brühe: die Reserve, denn zum Schluss muss die Konsistenz stimmen. Der Wurstebrei darf nicht zu fest und nicht zu flüssig sein.
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Jetzt ist alles im Topf: links kann man Fleisch und Grütze gut erkennen. Dann wird kräftig gerührt und bei milder Hitze
geköchelt - der Wurstebrei soll nicht anbrennen. "Das Kochen dient nicht nur dem Garen," erklärt mir Annette Reinking,
"dadurch wird er auch haltbar!" Annette Reinking betreibt zusammen mit ihrem Mann das Traditionsgasthaus Ortmühle
an der Grenze der drei Städte Lemgo, Detmold und Blomberg, also genau in der Mitte Lippes.
"Wir füttern noch eigene Schweine , lassen die für den Betrieb schlachten und lassen natürlich auch lippische Hausmacherwurst herstellen," erklärt mir die Wirtin. " Im Winter bieten wir unseren Gästen verschiedene Gerichte, die aus Hausgeschlachtetem bestehen. Eines davon ist der Wurstebrei, den ich hier koche. Früher kannte den jedes Kind..."
Ja früher, das ist lange her. Heute gibt es nur noch ganz wenige Gasthöfe, die diese Tradition pflegen. Die liegen meist südlich vom Weißwurstäquator, also im Süden Deutschlands. In Lippe sind sie fast ausgestorben.
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Das ist richtige Handarbeit. Der große Topf erfordert bisweilen beide Arme... Nach einer Stunde ist die ganze Masse gut durchgegart und kann abkühlen. Am Abend können die Gäste kommen. Einer davon werde ich sein: Ich bin gespannt.
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Ein Blick in die Speisekarte zeigt, dass das noch nicht alles ist... und hier sehen Sie nur einen Ausschnitt....
Mein Essen hat sehr gut geschmeckt. Dabei sah das anfangs wirklich nicht so aus. Aber geduftet hat es von Beginn an verlockend. Zusammen mit Salzkartoffeln und süß-sauren Beilagen ist Wurstebrei ein sehr schmackhaftes Gericht.
Im Winter ist einige Male Schlachtefest in der Ortmühle. Da lohnt sich ein Besuch. Auch wenn man etwas anderes isst als Wurstebrei. Die Küche hält da noch einige Genüsse bereit...
Die Ortmühle finden Sie an der Passadestrasse zwischen Wiembeck und Mosebeck. Im Internet können Sie sich auch informieren: www.ortmuehle.de - Telefon: 05231 - 2 45 39
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