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  Samstag, 30.01.2010 10:30

Neues vom Theater
Wolfgang Amadeus Mozart: Die Zauberflöte

Juni 1791: Konstanze Mozart weilt in Baden bei Wien zur Kur. Zu dieser Zeit steckt ihr Mann, Wolgang Amadeus Mozart in größten finanziellen Schwierigkeiten. Erhoffte Aufträge blieben aus und Mozart suchte verzweifelt nach Einnahmequellen.
Da kam das Angebot seines Freundes Immanuel Schikaneder gerade recht,den Traum von der Aufführung eines großen humanistischen Werkes in Angriff zu nehmen.

Als Mozart und Schikaneder die Arbeit an der Zauberflöte aufnehmen, steht Mozart unter Erfolgszwang. Der kaiserliche Hof in Wien hat keine bedeutenden Aufträge mehr erteilt und Mozart leidet offensichtlich große materielle Not. Immanuel Schikaneder erweist sich als Freund, als er Mozart die Uraufführung in seinem Volkstheater in Aussicht stellt.  Schikaneder liefert das Libretto. Mozart komponiert die Musik. 

Die Zauberflöte ist eines der populärsten Bühnenwerke Mozarts. Ihre Arien (Der Vogelfänger bin ich ja, Dies Bildnis ist bezaubernd schön ... ) sind schnell bekannt geworden und stellen für viele Zuschauer das Wichtigste an diesem Werk dar.
Das kann daran liegen, dass es nicht leicht ist , das  Werk in allen Teilen seiner Handlung ernst zu nehmen.                          .     .

Zu widersprüchlich stehen sich verschiedene Stile gegenüber und man fragt sich, worum es sich  bei der Zauberflöte denn handelt. Sie wirkt einmal wie ein Drama, dann wieder wie eine komische Oper und streckenweise gar wie ein sehr volkstümliches Singspiel.
Besonders die Figur des Vogelhändlers Papageno ist geeignet, diesen Widerspruch aufzuzeigen. Unmittelbar auf die Aufführung einer bedrückend dramatischen Szene scheint er das Bild durch seinen  "volkstümlichen" Auftritt zu stören.

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Eben noch das Drama, jetzt scheinbar das Lustspiel: Papageno und Papagena machen es möglich....

Die Handlung: Pamina, Tochter der Königin der Nacht ist entführt worden. Der Prinz Tamino wird von der Königin gebeten, sie zu retten. Dabei soll ihm der Vogelfänger Papageno helfen. Bewaffnet mit "Zauberflöte" und magischem Glockenspiel machen sich beide auf den Weg. Sie finden Pamina schließlich im Reich des Sarastro, einem mächigen Zauberer.
Der scheint keine bösen Absichten zu verfolgen, gibt er doch vor, Pamina vor der "bösen" Königin der Nacht bewahren zu  wollen.  Pamina, die ihrerseits die Flucht versuchte, wird nun von dem Mohren Monostatos gefangen genommen, da dieser die Prinzessin begehrt. Jetzt muß die Liebe über das Böse siegen: Papageno  weiht Pamina in den Befreiungsplan ein und gemeinsam preisen beide die Liebe als die Erfüllung des menschlichen Daseins. Tamino wird von einem Priester in Sarastros Reich ermahnt, die Gründe für die Entführung zu prüfen. Auf der Flucht können sich der Vogelhändler Papageno und die entführte Pamina mit Hilfe des magischen Glockenspiels retten und entgehen der Gefangennahme. Monostatos wird von seinem Herrn, dem mächtigen Sarastro bestraft und so kommt es zu der ersten Begegnung zwischen Pamina und Tamino.  Werden die beiden Liebenden zu einander finden? 

Die Wiener Klassik des 18. Jahrhunderts: Zu dieser Zeit haben sich im kultur- und stilprägenden Wien Bühnenstücke etabliert, in  denen es vor allem darum ging, dass das Gute, häufig verkörpert durch die Liebe über die bösen Mächte siegte. Die bösen Mächte wurden durch Zauberei, Entführungen, böse Wilde Tiere verkörpert. Diese Oper ist ein typisches Werk dieser Zeit. Spannung und Unterhaltung waren beim Publikum gefragt und sicherten den Erfolg auf der Bühne.

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In den ersten zehn Jahren ist die Zauberflöte in Wien über zweihundert Mal aufgeführt worden. Zunächst offensichtlich nicht mit dem gewünschten Erfolg, würdigte das Publikum doch zu wenig die von Mozart betonten humanistischen Inhalte. Ein Berliner Korresplondent schrieb im "Musikalischen Wochenblatt": Die Zauberflöte mit Musik von unserem Kapellmeister Mozart, die mit großen Kosten und vieler Pracht in den Dekorationen gegeben wird, findet den gehofften Beifall nicht, weil der Inhalt und die Sprache des Stückes gar zu schlecht sind.

Diese Kritik wird der Besucher der Aufführung in Detmold wohl kaum teilen. Die Auseinandersetzung mit dem Stoff und die Umsetzung auf der Bühne sind in nahezu jeder Hinsicht eindrucksvoll. Als einfach genial muß das Bühnenbild bezeichnet werden, eine Leistung, für die das Haus immer wieder beste Kritiken erntet  -  zurecht, besonders hier.

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Angemessen ist der große Aufwand, spannend der schnelle Wechsel der Szenerie.

Dem Zuschauer bleibt es überlassen, ob er das Stück mehr als große Oper erlebt oder ob er sich durch die Handlung und ihre humanistischen Aussagen zur Auseinandersetzung bewegen läßt. Dann könnte er sich an der Stilvielfalt und an der Figur des Papageno reiben. Die Aufführung jedenfalls wird bewegen. Der Besuch lohnt sich.



Für Vorstellungen dieser Oper sind noch vier Termine vorgesehen: 21. Februar, 6. März, 24. März und 19. Juni 2010.
Karten können unter der Telefonnummer 05231 - 07460  und unter www.landestheater-detmold.de bestellt werden.




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