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  Mittwoch, 23.12.2009 14:00

Neues aus dem Theater
Franz Schubert - Die Winterreise

Die Winterreise wird als bekanntester Liederzyklus der Romantik angesehen - 1827, ein Jahr vor seinem Tod vertonte Franz Schubert den Gedichtzyklus von Wilhelm Müller, der die Reise eines Wanderers, eines Künstlers zu sich selbst beschreibt.
Persönliche Ereignisse in Schuberts Leben prägten die Komposition.



Eine Pianistin, ein Sänger (und eine Sängerin) sowie das Ballettensemble: Musik, Gesang, Tanz sind die Mittel, die den Tanzabend gestalten. Im Mittelpunkt steht der Wanderer, seine Lebensqual. Die Winterreise ist geprägt von Trauer, Verzweiflung und Sinnlosigkeit des Daseins.  Die Texte von Wilhelm Müller spiegeln offensichtlich die Gemütslage Schuberts wieder, der durch die eigene Typhuserkrankung und den Tod seines Freundes und Vorbildes Beethovens ein Jahr zuvor schwer gezeichnet war. Sein Leiden und das Leiden des "Wanderers" scheinen identisch.

Schwermut und Krankheit jedenfalls prägten nicht nur das Leben Schuberts. Er griff die Gedichtzyklen auf und vertonte sie überwiegend in Moll. Am bekanntesten ist das Lied "Der Lindenbaum" geworden, dass noch heute jeder kennt.
Die Schwermut der Texte und die Melancholie der Komposition hat jedenfalls nicht verhindert, dass gerade die Winterreise zu den bekanntesten Arbeiten Schuberts gezählt wird - und zu den beliebtesten.                           .                   ..   ..   .

Der Dichter Johann Ludwig Wilhelm Müller wurde 1794 in Dessau geboren und starb 1827. Er wurde bekannt durch seine gesellschaftskritischen deutschen Volkslieder.  Schon zu Lebzeiten und auch heute noch wird er eher als mittelmäßig bezeichnet. Seine Stärke bestand darin, kritische Äußerungen zwischen den Zeilen zu verstecken und so ist es möglich, dass es Ziel der Zensur war, ihn durch Abqualifizierung daran zu hindern, populär zu werden. Die von Schubert vertonten Zyklen stehen beispielhaft für die Arbeitsweise Müllers.

Der Komponist Franz Schubert führte ein noch kürzeres Leben als der Dichter Wilhelm Müller. 1797 in Wien geboren starb er schon mit 31 Jahren. Er hinterließ trotz seines kurzen Lebens in allen Gattungen seiner Zeit Außerordentliches und gilt neben Beethoven als Begründer der romantischen Musik (Synphonie Nr. 8 "Unvollendete").

Sein größtes Leid erfuhr er mit dem Tod Ludwig van Beethovens, der zweifelsohne sein großes Vorbild war. Stets vertrat er die Meinung, dass es niemanden geben könne, der Beethoven in kompositorischer Qualität überlegen sei. Als Schubert Müllers Gedichtzyklus vertonte, war er schon schwer von der fortschreitenden Typhuserkrankung und den damit verbundenen Schmerzen gezeichnet. Schwermut prägte sein kurzes Leben, dass überwiegend ein sehr einsames war.
Schubert hat nie seine große Liebe gefunden, wenn gleich er sie auch immer gesucht zu haben scheint.
So werden immer wieder die Einsamkeit, die Schmerzen und der Verlust herangezogen, wenn die Winterreise interpretiert wird. Die Erzählung beginnt denn auch mit der unglücklichen Liebe des Wanderers, seiner Einsamkeit und schließlich dem Wunsch nach dem Tod des Verzweifelten.                                                    .                                               .                           ..     .

Die Umsetzung durch das Tanzensemble machte dieses zum Mittelpunkt der Aufführung. Für Inszenierung und Choreographie war Richard Löwe verantwortlich. Gespielt wurde der Wanderer von Gaetan Chailly, gesungen von Evelyn Krahe bzw. Andreas Jören. Musikalische Begleitung (Piano): Ruslana Pavlovska-Holowko.                                                 .

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Die Winterreise können Sie noch sehen am 16. Januar,  4. Februar,  2. März und  3. März 2010 im Landestheater  in
Detmold:   www.landestheater-detmold.de         05231 - 974 69




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