
  Freitag, 20.11.2009 14:08
Warum in die Ferne schweifenNieheim liegt so nah - 2. Teil eines Besuches in der westfälischen Kleinstadt Nieheim ist eben mehr als Käse, obwohl wir noch einmal mit dem kleinen Nieheimer beginnen sollten. Immerhin war er es, der den Nieheimern Impulse für eine Entwicklung gab, die anderen Städten auch gut tun würde. Der Mut, all die anderen Aktivitäten zu entfalten, hat immer irgendwie mit ihm zu tun. So ergibt sich ein Gesamtbild, dass Nieheim sehr attraktiv macht.
Für einen Tagesausflug oder gleich für einen Urlaub. Bis nach Holland hat sich das herumgesprochen.
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Nieheim und und die Käserei Pott gehören schon lange zusammen. Die Käserei Pott ist eine von zwei noch existierenden Käsereien in der Stadt. Hier wird der Käse ganz traditionell hergestellt, nicht nur, was die Rezeptur anlangt. Die Käserei Pott ist ein kleiner Familienbetrieb, wie es früher viele in Nieheim gab, der letzte gewissermaßen.
Es ist Montag morgen. Ich klingele an der Tür der Käserei Pott. "So können Sie mich nicht fotografieren," interveniert die Inhaberin, als ich mit der Kamera herumhantiere. Sie trägt Arbeitskleidung: Kopfhaube, Kittel, Gummistiefel. "Hygiene ist das eine," sagt sie und zeigt mir ihren kleinen Betrieb. "Gleich ziehe ich mich um und dann gehen wir in die Küche. Dann können Sie ihre Fragen stellen." Ich sehe weißgekachelte Räume, Wannen, in denen der Käse reift und den Tisch, an dem er verpackt wird. Alles sehr überschaubar. "Ich mache den Käse und meine Tochter macht das Kaufmännische," erläutert mir Frau Pott und zeigt mir eine kleine Schachtel aus Karton. "Früher wurden die Käse in Holzschachteln verpackt.
Das ist heute nicht mehr möglich. Holzverpackungen sehen ja schön aus, sind aber viel zu teuer." Ich verstehe und folge Frau Pott in die Küche. Sie sagt, sie sei gleich wieder da und sitzt fünf Minuten später mit mir am Küchentisch, ohne ihre Arbeitskleidung . "Jetzt können Sie ein Foto machen." Mach ich. "Cheese" will sie nicht sagen und blickt ernst in die Kamera. Wir unterhalten uns über Gott und die Welt und dann probiere ich zum ersten Mal den kleinen Nieheimer aus der Käserei Pott. Er ist ziemlich herzhaft. Frau Pott erklärt mir, was man damit alles machen kann. Wann er wirklich reif ist und dass er getrocknet auch gut gerieben werden kann. Das man aus ihm auch mal schnell einen Kochkäse herstellen kann und warum er ohne Kümmel nicht richtig schmeckt. . . . . .
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Eine Richtlinie aus dem Jahr 1927, als es noch viele Hauskäsereien in der Stadt gab, machte es den Herstellern nicht leicht: Jede Herstellung von Nieheimer Käse zum Verkauf ist sofort vom Hersteller bei der Polizeiverwaltung anzumelden. Die Polizei ist verpflichtet, dauernd die Betriebe zu kontrollieren! Auch damals gab es eine Lebensmittelkontrolle.
Wer mehr über Rohmilchkäse erfahren will, kann das Deutsche Käsemuseum in Nieheim besuchen. Vom Melken bis zum Dicklegen und Bruchschneiden kann man dort alles erfahren und sogar selbst ausprobieren. Für Kinder gibt es ein besonderes Angebot: Sie können ihr Talent im Melken testen...
Das ist nicht nur im Käsemuseum so. Denn der Nieheimer Käse ist nur eine unter den typischen westfälischen Spezialitäten, die man in Nieheim via Museumsbesuch genauer unter die Lupe nehmen kann. Eine ganze Strasse voller Museen haben die Nieheimer zu bieten: Das Westfälische Brotmuseum, das Westfälische Schinkenmuseum, das westfälische Bier & Schnaps - Museum und den Shop, in dem man von allem etwas für zu Hause einkaufen kann. Diese einzigartige Erlebniswelt nennen die Nieheimer selbstbewusst "WESTFALEN CULINARIUM". .
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Mehr als ein Heimatmuseum ist das Nieheimer Sackmuseum im alten Kornhaus. Hier geht es neben anderen Dingen vor allem um Säcke. Säcke hatten für das Verpacken, Transportieren und Lagern schon immer eine große Bedeutung. So intensiv wie hier wurde dieses Thema wahrscheinlich noch nirgends unter die Lupe genommen. .
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Vom Sandsack, der bei Hochwasser schützt bis zum Lachsack können Sie hier alles zu diesem Thema finden. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall: Sie werden feststellen, dass alte Säcke eine Menge zu erzählen haben. .
Bevor ich Ihnen zu viel über Nieheim berichte und Sie garnicht mehr hinfahren, weil Sie nun alles wissen möchte ich noch einen Besuch in einem "Museum" der ganz besonderen Art mit Ihnen machen. In der Marktstrasse, ganz in der Nähe des Rathauses gibt es einen "Tante - Emma - Laden", der sofort unter Denkmalschutz gestellt gehört - inklusive Personal.
Dieses Geschäft, in Nieheim bestens bekannt unter dem Namen Altenmüller müssen Sie unbedingt besuchen. Dort gibt es Donnerstags und Freitags noch selbst eingelegte Heringe! Und ansonsten alles, was Sie sich nur vorstellen können.
"Wenn ich etwas brauche, was ich nirgends bekomme, gehe ich zu Altenmüller!" ist ein geflügeltes Wort in Nieheim.
Recht haben sie, die Nieheimer. Dieses Geschäft hat Lebensmittel, Drogerieartikel, Schreibwaren, Haushaltswaren, Werkzeuge, Klebstoffe, Reinigungsmittel, Getränke....und sieht so aus, wie auf den Bildern. Gern ließ sich die freundliche Mitarbeiterin nicht fotografieren, sie sprang förmlich aus dem Bild und darum sollen Sie hier auch alle Fotos sehen...
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Links im Haus befindet sich der Laden, den Sie auf den beiden Bildern sehen. Rechts ist die Gaststätte. .
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....sie tritt die Flucht an, die Kamera ist ihr zu gefährlich....und wir sehen eine historische Gaststätte ohne Theke: Die Theke ist gleichzeitig Rückbuffet und sitzt an der Wand. So war das früher üblich. Gibt es nur nirgends mehr, außer in Nieheim.
Wenn Sie mehr über Nieheim wissen möchten, genügt ein Blick ins Internet: www.nieheim.de
Olaf Klahold und seine MitarbeiterInnen im Haus des Gastes freuen sich über Ihren Besuch. Dort gibt es Informationen und Tipps, Wanderkarten und Eintrittskarten, eben alles, was man als Tourist so braucht.
Tourismus- Kulturamt Nieheim: 05274 - 8304, email: tourismus@nieheim.de
Und wenn Sie mit ihrem Auto kommen und einmal falsch parken, kann es sein, dass Sie mit dem Nieheimer Humor konfrontiert werden. Parkverbotsschilder sind in Nieheim auch etwas anders, als man sie sonst so kennt.....
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