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  Sonntag., 15.11.2009 21:16

Aus Nichts und einem Nagel wird niemals eine gute Suppe
Warum man in Polen so gute Suppen kocht

Suppen sind eine der schönsten Gestaltungsarten in der Küche. Ihre Vielfalt ist unerschöpflich. Sie können gesund machen oder einfach nur Genuss sein, sie können sehr kompliziert in der Herstellung sein oder auch ganz einfach und schnell. Sie können klar oder trüb, dünnflüssig oder fest, farblos oder bunt, heiß oder kalt sein - immer aber machen sie Appetit, ob als Vorspeise oder als Hauptgericht.

Heute kochen wir Barschtsch, Rote-Rüben-Suppe auf polnisch mit ganz besonderen Kroketten:                       ..   .

Auf dem Bild links sehen Sie die Hauptzutaten für unseren Barschtsch: Rote Rüben aus dem Garten, ein paar Kartoffeln und Möhren. Sehr appetitlich sieht das eigentlich nicht aus, eher nach viel Arbeit. Aber die Arbeit lohnt sich. Die roten Rüben müssen zunächst geputzt werden. Dazu werden sie gründlich gewaschen, Blätter und Wurzeln werden entfernt.
Dann werden sie etwa 15 Minuten blanchiert und erst dann geschält. Manche Köche machen es auch umgekehrt...
Angenehm ist es jedenfalls nicht und es empfiehlt sich, Einmalhandschuhe zu verwenden: Alles wird rot..    ..   .
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Rote Rüben sind sehr gesund, vitamin- und mineralreich. Aber bevor es im Topf aussieht, wie im Bild rechts, müssen Sie erst eine Boullion zubereiten. Dazu sollten Sie ein besonders gutes Stück Rindfleisch und "Wurzelwerk"  verwenden, wie man in Polen sagt: 2 Möhren, eine mittlere Petersilienwurzel oder eine Pastinake, eine Lauchstange, eine Zwiebel, eine halbe Sellerieknolle und vielleicht etwas Wirsing oder irgend einen anderen Kohl. Alles kommt zerkleinert mit dem Rindfleisch in den Topf, wird mit Salz, Pfeffer und Lorbeer gewürzt und zu einer Boullion gekocht. Die inzwischen kalten roten Rüben werden nun über die Reibe gegeben und dann mit dem Handmixer zu Brei zerkleinert. Jetzt kommen auch sie in den Topf und köcheln mit.  Erst zum Schluss sollten sie noch viel gehackte Petersilie hinzugeben.               .
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Den besonderen Clou dieses Gerichtes bildet die Beilage: die Kroketten. Sie machen aus ihm erst ein vollwertiges Hauptgericht oder eine raffinierte Vorspeise. Fertig sehen sie so aus, wie im Bild links. Sie benötigen dazu Kartoffeln und Hackfleisch, jeweils 50 Prozent. Die Kartoffeln werden mit Schale weich gekocht, abgepellt und mit dem Stampfer zerkleinert. Die Masse wird mit Ei und viel Majoran, weißem Pfeffer, Muskatnus und Paprikapulver "herzhaft" gewürzt und dann gut vermengt. Dann formt man sie zu kleinen Zipfeln (das polnische Wort ist nicht jugendfrei...) und wälzt sie in Paniermehl. Jetzt werden sie in der Pfanne in reichlich Sonnenblumenöl von allen Seiten bei mittlerer Hitze erst ohne dann mit  Deckel gebraten. Das dauertgut 30 Minuten. .    ..   ..
Die Kroketten werden nun mit Küchenkrepp abgetupft und um Backofen bei 150 Grad eine halbe Stunde zuende gegart. Unsere Suppe köchelt noch immer und muss währenddessen immer mal wieder gerührt werden. 
Nach einer guten Stunde, oder waren es zwei (?) ist alles getan und Sie können essen. Endlich:            ..             .                  .                 .

Von  dieser leckeren Rote-Rüben-Suppe mit Kroketten gibt es viele verschiedene Varianten. Hier schmeckt die Suppe sehr fruchtig und zugleich herzhaft. Die Kroketten werden traditionell auch als ganz dünne gefüllte Eierkuchenröllchen mit Hackfleisch- oder Kartoffelhackfleischfüllung zubereitet und dann paniert und gebraten. Die hier vorgestellte Variante habe ich in einem feinen polnischen Restaurant kennengelernt und bin erst gegangen, nachdem mir der Koch das Rezept verraten hat. Leider mußte ich ihn dazu mit mehr Wodka überreden, als gut für mich war. Trotzdem fragt er mich, wenn wir einmal telefonieren, ob ich "seinen" Barschtsch immer noch kochen würde... Hier sieht er es. Ich soll Sie schön grüßen...




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