
  Mittwoch, 11.11.2009 14:31
Warum in die Ferne schweifen?Ein Besuch in der ostwestfälischen Stadt Nieheim Was die kleine Stadt Nieheim bekannt gemacht hat, ist der Käse. Dabei hatten selbst die Nieheimer ihn schon fast vergessen. Aber nur fast. Gerade noch rechtzeitig haben sie ihn wieder entdeckt. Die Folge ist, dass nun alle zwei Jahre
zehn mal soviel Besucher zum Deutschen Käsemarkt nach Nieheim kommen, wie die Stadt Einwohner hat. .
.Ein leichter Übermut ob dieses Erfolges überkam die Nieheimer dann wohl, denn man hörte in den Gassen der kleinen Stadt, dass Nieheim jetzt die Hauptstadt des Käses sei. Wenn dass man nicht ein ganz klein wenig übertrieben ist. Denn der eigentliche Nieheimer Käse ist nun wahrlich eine ganz und gar bescheidene Angelegenheit. Seine näheren Verwandten, der Kochkäse, der Handkäse und ähnliche Sorten haben es jedenfalls nicht gerade in den Gourmet-Himmel geschafft und das wird dem kleinen Nieheimer sicher auch nicht passieren. Wie sie wird er aus Rohmilch - oder genauer "Sauermilch" hergestellt. Aus dieser wird dann Quark gemacht, der nach dem Trocknen einige Tage an einem warmen Ort reifen muss. Inzwischen hat er eine gelbliche Farbe bekommen und wird nun mit Kümmel und Salz gewürzt und zu kleinen runden Handkäsen geformt. Diese werden in Schachteln verpackt und verkauft. Einige Dutzend Hauskäsereien hat es einmal gegeben, zwei sind davon heute noch übrig. Eine von ihnen ist die Schaukäserei Menne. Hier kann man bei der Herstellung des Käses zusehen. Die kleine Käserei Pott ist ein alter traditioneler Familienbetrieb und stellt den Nieheimer seit Jahr und Tag in der kleinen Käserei her, um Einzelhändler, Wirte und private Kunden damit zu beglücken. So klein und bescheiden der Nieheimer Käse auch ist, was er ausgelöst hat ist jedenfalls ohne Beispiel. . . . .
. .
. .
Sogesehen ist Nieheim auch ohne Beispiel, denn die kleine Stadt zwischen Weserbergland und Teutoburger Wald hat durch ihn einen Bekanntheitsgrad erreicht, der weit über die Grenzen Westfalens hinaus reicht. Dabei ist der Käse längst nicht alles, was Nieheim zu bieten hat, obwohl die Nieheimer ihm ein feines und teures Museum gebaut haben.
Nieheim ist eine sympathische Kleinstadt mit historischem Stadtkern. Überall begegnet einem die Geschichte, und die ist lang und bewegt. 1243 wurden dem Flecken Nieheim die Stadtrechte verliehen. Jetzt hatte man Marktrecht, durfte Münzen prägen und es gab Handels- und Gewerbefreiheit. Das städtische Leben begann zu blühen, Nieheim wurde zur regional bedeutenden Handelsstadt und sogar Mitglied der Hanse. Von Kriegen und Fehden, Pestepidemien und Bränden wurde die Stadt nicht verschohnt. Über seine historischen Stadtgrenzen hinaus ist Nieheim bis zum 19. Jh. nicht gewachsen und kann so heute noch als authentisches Beispiel für eine mittelalterliche Stadtanlage gelten.
Was macht man, wenn man einfach so nach Nieheim kommt und die Stadt noch nicht kennt. Man kann schauen, ob es ein Museum gibt, wo man gut essen kann oder ob es irgendwelche Besonderheiten gibt, die man kennen lernen sollte.
Von all diesem hat Nieheim eine Menge zu bieten. Wie auf den Bildern oben zu sehen, ist zumindest die Umgebung sehr reizvoll. Das gleiche gilt auch für die Stadt. Von ihrer Stadtmauer ist noch viel erhalten, wie man sehen kann.
. .
. .
Die erhaltenen Teile der Stadtmauer machen auf den ersten Blick deutlich, wie alt sie schon sind. Zu einer richtigen Stadt gehört natürlich auch ein Brunnen, mindestens... Sein Plätschern fordert zum Hinsehen auf... .
. .
. .
Als das schmucke Rathaus gebaut wurde, 1610 war das, zählte die kleine Stadt gut 1.000 Einwohner. Als die Stadtrechte erteilt wurden, waren es nur 200. Heute leben aber fast 7.000 Menschen in Nieheim. Bevor wir uns auf die Suche nach Besonderheiten machen, setzen wir unseren Spaziergang durch die Stadt fort, durch die kleinen Gassen, wo es so viel zu entdecken gibt, woran das Auge hängen bleibt. Schön ist es hier. . . . .
. .
. .
Viele Winkel und Ecken warten geradezu auf den Besucher und wollen betrachtet werden. . .
. .
. .
Wenn man sich ein wenig Zeit nimmt, entdeckt man in den Strassen der Stadt die kleinen Dinge, die eine Strasse erst lebendig werden lassen und ihr die Atmosphäre geben, die dem Betrachter etwas erzählt. . .
. .
. .
Der Weg durch die Stadt verdeutlicht die Beschaulichkeit - keine Fußgängerzone, keine Parkhaus.
. .
. .
Dafür die Häuser der Ackerbürger und Kaufleute aus der Hansezeit und die Stadtmauer. . .
. .
. .
Die Geschichte der Stadt ist mit allen Sinnen fühlbar. Nun ist es Zeit, Türen zu öffnen und hinein zu schauen. Lesen Sie dazu den 2. Teil dieser Reportage.
Kontakt und Informationen: www.nieheim.de - email: tourismus@nieheim.de - Tel: 05274 - 8304
.