
  Dienstag, 01.09.2009 06:59
Langeoog - die Insel zum TräumenVon einer Reise zu einer ganz ruhigen Insel Während die weiter westlich liegenden ostfriesischen Inseln sich mit allerlei schützenden Bauwerken gegen den Westwind und die Dünung bei Weststurm wehren müssen, läßt sich Langeoog von seinen Nachbarinseln schützen und bietet so
dem Besucher eine etwas andere Atmosphäre. Wer statt mit dem Schiff gern einmal mit dem Flugzeug reist, sollte sich überlegen, ob der Weg nach Langeoog nicht einfach durch die Luft gemacht werden sollte. Vieles sieht man von oben eben besser und dann sieht es meist auch noch schöner aus. Ein Flug über die ostfriesischen Inseln jedenfalls lohnt sich immer.
____
____
Mein Flug führt von Norderney über Baltrum nach Osten. Die Insel Langeoog taucht vor uns auf und empfängt uns mit strahlend blauem Himmel. Es weht ein leichter Wind und die Temperatur ist hochsommerlich. Horst Wirdemann, unser Pilot fliegt diese Strecke häufig: "Wenn Sie von einer zur anderen Insel reisen wollen, müssen Sie meist erst zurück aufs Festland, dort mit Bus oder der Bahn bis zum nächsten oder übernächsten Hafen und dann wieder aufs Schiff, um ans Ziel zu gelangen." Bedenkt man, dass das auch nicht billiger ist und viel länger dauert, sollte man das Flugzeug wählen.
____
____
Die Insel empfängt mich sofort mit einer ihrer Besonderheiten. Etwas hilflos auf dem Flugfeld stehend sehe ich weder Taxi noch Bus und mein Gepäck ist nicht ohne... Nicht auszudenken, wenn jetzt meine Frau dabei gewesen wäre. So schleppen mein Nachwuchs und ich nur eine bescheidene Bagage zum Flugplatzcafe´, wo man uns gern erklärt, dass der Fußweg zur Gartenstrasse, wo wir zwei wohnen wollen nur zehn Minuten dauern werde. Diese Einschätzung stellt sich als völlig korrekt dar und ich hoffe, dass angesichts der Temperaturen mein Deo standhält... Den Satz mit den zehn Minuten bis irgendwo hin höre ich in den nächsten Tagen noch oft. Irgendwie dauert es von überall zum gewünschten Ziel stets zehn Minuten auf Langeoog - ich kann es bestätigen. Die Insel ist überschaubar, alles ist in der Nähe und man geht zu fuß. Wenn ich mit dem Schiff vom Festland (also von Bensersiel ) her gekommen wäre, hätte ich allerdings die bunte Inselbahn nehmen können, die den Hafen mit der "Hauptstadt" verbindet. Der einzige Zug, bei dem das Blumenpflücken während der Fahrt ohne weiteres möglich ist. Gemütlich schnauft er mit je einer Lok vorn und hinten durch die Dünen und nimmt alles mit, was zu transportieren ist: Fahrgäste, Gepäck, Fahrräder und alles mögliche vom Festland, was man auf der Insel so braucht. Dort wird es dann mit kleinen elektrisch betriebenen Transportern verteilt. Diese kleine Elektroautos sind leise, sauber und haben sich seit Jahrzehnten bewährt. Als Fußgänger muß man sich an ihre diskrete Anwesenheit gewöhnen, man hört sie eben nicht. Da man auf der Insel zu fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, geht alles etwas ruhiger und entspannter vor sich - sehr angenehm. Die Luft, diese Ruhe... Verkehrslärm, der garnicht da ist, fällt eher auf als das tägliche Autogeräusch in den Ohren zu hause... Diese Ruhe hat geprägt.
____
____
Ich habe eingangs schon von der besonderen, gewissermaßen geschützten Lage dieser Insel gesprochen. Langeoog muß sich nicht, wie die weiter westlich oder nahe der deutschen Bucht liegenden Inseln vor dem Westwind schützen, der ja, wie wir wissen, bisweilen sehr stürmisch sein kann. Wellenbrecher wie auf Norderney sucht man auf Langeoog vergeblich. Dafür bietet die Insel einen endlosen breiten Sandstrand, den die Inselverwaltung in verschiedene Bereiche unterteilt hat. Sicher wollte man damit das Miteinander der Strandbesucher nicht unterbinden, es drängt sich aber doch bisweilen die Frage auf, warum die Drachenflieger so weit laufen müssen und die Nacktbader nach ganz hinten geschickt werden, ebenso, wie die Leute mit den Hunden, die sich im Wasser noch wohler fühlen, als richtige Seehunde. Die Vorteile solcher Regelungen liegen natürlich auf der Hand, aber sie sind doch manchmal "sehr regelnd". Wir sind eben in Deutschland... Für deutsche Verhältnisse ist diese Insel geradezu mediterran. Das Klima ist überwiegend mild, so als mache der Golfstrom für dieses nette Eiland extra einen kleinen Umweg. Er wird wissen warum. Milde Temperaturen und der ständig anwesende Wind lassen heisse Sommertage ebenso erfrischend wirken wie die lauen Abende. Diese können die kleine Stadt an Sommerabenden geradezu verzaubern. Dies aber merkt man ja erst am Abend und da man tagsüber anreist, sehen wir uns die nette kleine Stadt also erst einmal bei Tageslicht an. Die Bilder über und unter diesen Zeilen vermitteln Ihnen nur einen ersten Eindruck. Wahrzeichen der Insel ist ihr schöner Wasserturm. Er hat sich seine Rolle als Erkennungszeichen Langeoogs verdient - nicht noch ein Leuchtturm. Da man alles als Fußgänger oder Radfahrer macht, entgeht einem auch nichts. Für nervende Parkplatzsuche gibt es einfach keinen Anlass. Der Umstand, dass man keine Parkplätze anlegen musste, hat der Ausbreitung von Asphaltflächen erst gar keine Chance gegeben. Auf Langeoog gibt man sich da ganz friesisch. Der Friese liebt Backsteine.An dieser Stelle muss ihm einmal dafür gedankt werden - sieht einfach gut aus...___
____
____
Der Weg durch die Stadt vollzieht sich schon zu jeder Tageszeit ganz in Ruhe. Man kann einkaufen, Essen gehen, einen Kaffee trinken oder das Lale-Andersen-Haus besichtigen. Die Künstlerin, die vor allem den Älteren bestens bekannt sein dürfte, hat mitten in der Stadt ein Denkmal bekommen - ganz in der Nähe vom Wasserturm._______________________________________
____
____
Lale Andersen war etwas mehr als eine Schlagersängerin, ihr Lied von der "Lili Marleen" machte sie zu Recht berühmt und vernebelte die Vergangenheit. Das aber ist ein anderes Thema. Das Haus am Ortsrand wurde von ihr Sonnenhof genannt und war von Anfang an Treffpunkt und damit der Öffentlichkeit zugänglich. Es ist nahezu unmöglich, dort Fotos zu machen, ohne Scharen von Touristen und Fans zu fotografieren.______________________________________________ ______
____
____
Der ganz besondere Flair der Stadt auf dieser sympathischen Insel kommt am Abend zur Geltung. Man "flaniert" durch die Strassen und geniesst mediterranes Ambiente. Mit Windlichtern und Laternen sind die Biergärten stimmungsvoll - rechts und links der Strasse, wunderbare Plätze, um ein Glas Wein zu trinken, sich nieder zu lassen und den lauen Abend zu geniessen. Vor den Eiscafe´s bilden sich Schlangen von 30 Metern Länge und mehr. Das liegt daran, dass mindestens drei Anbieter so leckeres Eis anbieten, dass man es bei einer Sünde nicht belassen kann____________________________________________.
____
____
Langeoog lernt man während eines solchen Aufenthalts mögen, möchte länger bleiben und wiederkommen. Ich habe in diesem Sommer im Gästehaus des Kreises Lippe gewohnt und mich dort verwöhnen lassen. Das "Inselquartier" des Kreises Lippe ist vielen Lesern sicher noch als Schullandheim Lemgo bekannt. Dahin ging es auf Klassenfahrt. Ein Hauch dieses Charakters ist noch vorhanden, es gibt noch Doppelstockbetten und Handtücher bringt man natürlich mit -
hab ich allerdings vergessen. Selten habe ich eine derart freundliche Atmosphäre vorgefunden. Die Frage nach kleinen Dingen ("Darf ich noch etwas Butter haben?") wurde mit einem freundlichen "Ja, gerne" beantwortet, um dann mit einer doppelten Menge beim nächsten Mal als unvergessen goutiert zu werden. All die kleinen Dinge in diesem Haus, die das Gefühl vermitteln, hier Gast zu sein, haben den Aufenthalt sehr angenehm gestaltet. Der Chef steht selbst in der Küche und ist auf eine mir nicht ganz nachvollziehbare Weise ständig überall gleichzeitig, vom frühen Morgen bis zum späten Abend an fast jedem Tag. Das Essen schmeckt und wird liebevoll zubereitet und man findet einfach nichts zu meckern.
Hier bin ich gern und ich komme wieder. Dieses Mal aber im 'Winter. Wandern am Strand, das Meer rauschen hören und durchgefroren ins Gästehaus zurückkommen, um einen heissen Tee zu trinken. Die Ausstattung des Hauses eignet sich hervorragend für Vereine und Gruppen, um dort Probenwochen zu veranstalten. Orchester, Theater, Wandergruppen oder Nordseeverliebte aller Art und jeden Umfangs finden hier ihre Adresse. Die Preise verblüffen und ermöglichen vielen Gruppen einen Aufenthalt, der sonst und anderswo weit teurer wäre. Eine Nacht mit Halbpension kostet 28,-- €. Dieser Preis erscheint niedrig, wenn man ein paar Tage da ist. Die freundliche Zuwendung, das gute Essen... das es das noch gibt... Am Ende dieses Beitrages finden Sie alle Daten .______________________________________________________________
____
____
Ich habe mich selten in einem Urlaub so wohl gefühlt, wie im Gästehaus Lemgo auf Langeoog. Rainer Adelmund und seine Mitarbeiterinnen haben uns rundum verwöhnt und mir keine Gelegenheit gegeben, auf Dinge zu stoßen, die ich kritisch in dieser Reportage hätte anmerken können.__________________________________ _____________
_______
Das Wetter passte genau zum Abschied von Langeoog. Ich komme wieder...bald.
Sie möchten auch nach Langeoog? Rufen Sie Verena Kreuzer beim Kreis Lippe in Detmold an.
Verena Kreuzer macht das mit der Buchung und der Reservierung und kann alle Ihre Fragen beantworten:
Verena Kreuzer: 05231 - 624620 - www.inselquartiere.de